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Beispiele für Benachteiligungen

 

Antje Claßen-Fischer und Rüdiger FischerLiebe macht armWaage ungerecht

Antje Claßen-Fischer, die auf Persönliche Assistenz angewiesen ist, macht deutlich, warum Liebe im derzeitigen System sie und ihren nichtbehinderten Mann Rüdiger Fischer aufgrund der Anrechnung des Einkommens und Vermögens arm macht.

Antje Claßen-Fischer und Rüdiger Fischer, Berlin

 

Nancy PoserLeben ohne Netz und doppelten BodenWaage ungerecht

Nancy Poser schildert ihre Situation als gut ausgebildete Richterin, die aufgrund ihres Bedarfs an Persönlicher Assistenz ihre Eltern für Autoreperaturen und Urlaubsreisen anpumpen muss, weil sie aufgrund der Regelungen im Sozialhilferecht nur 2.600 Euro ansparen darf.

Nancy Poser, Trier

 

 

Ferdinand SchießlGebrauch der Macht durch Münchner SozialamtWaage ungerecht

Ferdinand Schießl aus München ist die Fänge der Bürokratie und der verschiedenen Zuständigkeiten geraten. Dem Nutzer eines Persönlichen Budgets für seine notwendige Persönliche Assistenz wurde aus unerfindlichen Gründen die Grundsicherung gestrichen. Nach Presseberichten hat das Münchner Sozialamt mittlerweile eingelenkt. Link zum Beitrag Münchner Sozialamt macht sich kundig und lenkt ein vom 14.6.2013.

Ferdinand Schießl, München

 

Stefan GöthlingEine gute Teilhabeplanung ist wichtigWaage ungerecht

Stefan Göthling von Mensch zuerst hatte Glück. Er ist auf Leute getroffen, die mit ihm seine Zukunft geplant und geholfen haben, dass er eine Arbeitsstelle außerhalb der Werkstatt für behinderte Menschen gefunden hat. Dies wünscht er sich auch für Andere.

Stefan Göthling, Leinefelde

 

Monika JaekelBehinderten Frauen eine Chance gebenWaage ungerecht

Monika Jaekel arbeitet seit 30 Jahren in einer Werkstatt für behinderte Menschen und engagiert sich als Frauenbeauftragte in der Werkstatt. Sie wünscht sich, dass mehr behinderte Frauen einen Arbeitsplatz auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt bekommen.

Monika Jaekel, Hamburg

 

 

Constantin GroschPersönliche Freiheit erheblich eingeschränktWaage ungerecht

Der Jurastudent Constantin Grosch aus Hameln ist auf Persönliche Assistenz angewiesen und hat eine Online-Petition für ein Recht auf Sparen und gleiches Einkommen auch für Menschen mit Behinderungen gestartet, die breite Unterstützung findet. Dieses Beispiel inspirierte Abini Zöllner zu einer Kolumne mit der Überschrift "Zwischen Ethik und Monetik", die am 7.6.2013 in der Berliner Zeitung veröffentlicht wurde.

Constantin Grosch, Hameln

 

Marianne MünzEin langer Weg zur eigenen WohnungWaage ungerecht

Nachdem Marianne Münz 32 Jahre in einer Einrichtung für behinderte Menschen gewohnt hat, hat sie in einem langen Weg den Auszug in eine eigene Wohnung und die Organisation ihrer Hilfen durch Persönliche Assistenz geschafft.

Marianne Münz, Bad Kreuznach

 

 

Raul KrauthausenTeilhabegesetz und ich - Ziemlich beste Freunde?Waage ungerecht

Was der Gründer der Sozialhelden Raul Krauthausen aus Berlin mit Philippe aus dem Film "Ziemlich beste Freunde gemeinsam hat, aber auch vor allem was ihn aufgrund der Anrechnung seines Einkommens und Vermögens für seine Persönliche Assistenz trennt, beschreibt Raul Krauthausen aus Berlin sehr plastisch.

 

Anna-Maria CourtpozanisBarrierefreie Antragsformulare FehlanzeigeWaage ungerecht

Ich empfinde es als eine absolute Ungleichbehandlung, dass ich bei der Arbeitsagentur kein einziges Formular selbst ausfüllen konnte, sondern dafür immer Hilfe brauchte. Die Formulare wurden mir von der Sachbearbeiterin bei der Arbeitsagentur in Darmstadt nur in Papierform überlassen. Sie hat sie zwar von irgendwo ausgedruckt, jedoch das digitale Formular habe ich als blinde Nutzerin nie unter die Finger oder ins Ohr bekommen. Ich möchte aber meine Geschäfte eigenständig erledigen können und nicht immer jemanden bitten müssen.

Anna-Maria Courtpozanis aus Roßdorf bei Darmstadt

 

Sabine und Frederic Weise

Keine Unterstützung wegen eigenem HausWaage ungerecht

Als alleinerziehende Mutter von 4 Kindern, davon ein 12jähriger Sohn mit schwerem Asthma und Tetraparese (Lähmung aller vier Extremitäten), schlage ich mich seit Jahren ohne jegliche familiäre und staatliche Unterstützung für meinen Sohn mit Behinderung mit einer Witwenrente und einem Job durch. Vom Sozialamt bekomme ich keinerlei Entlastung, weil mein Haus, das noch nicht einmal abbezahlt ist, als Vermögen angerechnet wird. Was ist, wenn ich einmal krank werde? Zudem brauchen wir dringend einen Hublift und Mobilitätshilfen für meinen Sohn, der einen Elektrorollstuhl nutzt. 

Sabine Weise aus Reinbek mit ihrem Sohn Frederic

Joana GutDaheim statt im Heim - ohne UnterstützungWaage ungerecht

Ich bin Joana, 9 Jahre alt, schwer- und mehrfachbehindert. Meine Mutter ist rund um die Uhr mit meiner Pflege und Betreuung beschäftigt. Daher kann sie auch nicht mehr arbeiten. Ich brauche für alles eine Hilfe. Ich kann nicht sprechen, selbst sitzen oder stehen. Leider sehe ich auch fast nichts, muss gewickelt und gefüttert werden und bin zeitweise (vor allem nachts) sehr unruhig und schreie viel. Meine epileptischen Anfälle sorgen immer wieder für Aufregung. Damit ich bei meiner Familie leben kann, haben sich meine Eltern nochmals hochverschuldet und unsere Doppelhaushälfte 2011 behindertengerecht umbauen lassen. Der Staat zahlt nichts, obwohl er sehr viel Geld spart, wenn ich bei meiner Familie bleiben kann. Das ist aber nicht selbstverständlich. Ich bin froh bei meinen Eltern, meiner Schwester Laura 11 Jahre und meinem kleinen frechen Bruder Manuel 2 Jahre leben zu dürfen.

Joana und Antonietta (Mutter) Gut.

 

Jens Merkel

Kein Urlaub, weil Assistenzkosten nicht übernommen werdenWaage ungerecht

Für mich ist es eine Diskriminierung, wenn ich auf Grund meiner Behinderung zwar die Kosten für meine Persönliche Assistenz vom Sozialamt bezahlt bekomme, doch wenn ich mir das Geld für eine Urlaubsreise aus meiner Grundsicherung mühsam angespart habe, kann ich nicht in Urlaub fahren. Denn das Sozialamt hat mir die Kosten, die für die Assistenz während einer solchen Reise entstehen, abgelehnt. Auch Konzerte oder Veranstaltungen, bei denen Kosten für die Begleitung anfallen, sind für mich meist tabu, weil die Kosten nicht übernommen werden. Dürfen behinderte Menschen, die auf Assistenz angewiesen sind, nicht in Urlaub fahren oder am kulturellen Leben teilhaben ohne langwierige Prozesse zu führen?

Jens Merkel aus Grimma

 

Familie Jantzer

Arbeit muss sich auch für uns lohnenWaage ungerecht

Die Kreisverwaltung Germersheim lehnt meinen Antrag zur Kostenübernahme eines behindertengerechten Kfz-Umbaus ab. Sie verlangt von mir, unsere Altersvorsorge, die wir extra angespart haben, um nicht in die Altersarmut zu rutschen, zu einem indiskutablen Rückkaufswert zu verkaufen, der nur ein Bruchteil von dem, was wir eingezahlt haben, ausmacht. Unser Sohn ist schwerbehindert, ich sitze im Rollstuhl, wenn meinem Mann etwas passiert, habe ich keinerlei Absicherung mehr, müsste meinen Sohn in ein Heim geben. Um dieser drohenden Gefahr vorzubeugen, haben wir die Versicherungen abgeschlossen. Nun sollen wir alles aufopfern und uns auf Hartz IV Niveau begeben. Arbeit muss sich doch auch für uns lohnen. Ich kann nichts für meine Behinderung – werde trotzdem meiner Aufgabe als Mutter und Hausfrau gerecht. Bis heute haben wir uns selbst versorgen können – nun, wo wir auf die Hilfe des Staates hofften, werden wir in den Regen gestellt – ist das fair – ist das sozial gerecht?"

Iris Jantzer aus Rülzheim

 

Dirk Becker am Schreibtisch mit BraillezeileBlindengeld für Assistenz und Hilfen nötigWaage ungerecht

Ich mache meinen Job und ich verdiene Geld damit. Ich kann mit den sehenden Kollegen mithalten, dank technischer und personeller Hilfen. Aber ich muss zeitlich einen weit größeren Aufwand betreiben. Um dann aber auch noch die Haushaltsführung zu schaffen, die Wege von und zur Arbeit kurz zu halten, wobei häufig ein Taxi erforderlich ist, nutze ich das Blindengeld für Assistenz und Hilfen. Jetzt sagt mir die Landesregierung von Sachsen-Anhalt, "nutze dein Einkommen für die Bewältigung deines behinderungsbedingten Mehrbedarfs". Mit anderen Worten: "Pech gehabt, nichts ist es mit Urlaub, mit Teilnahme am gesellschaftlichen Leben..." Irgendwann bin ich dann so weit, dass sich Arbeiten für mich nicht mehr lohnt. Genauso gut könnte ich von Erwerbsunfähigkeitsrente und Blindenhilfe leben. Das kann doch nicht der Ernst der Landesregierung sein. Und was man damit auch meiner Frau antut. Ihr Mann leistet das selbe wie Sehende, aber wir können uns immer weniger leisten. Das macht einsam. Dirk Becker aus Wernigerode

Waage ungerecht

 

Sabine Müller und ihr erwachsener Sohn

Unterstützung statt unnötiger Prüfungen

Als alleinerziehende Mutter eines 26 Jahre alten Mannes mit Behinderung, ärgerte ich mich jedes Mal, wenn ich monatlich meine 32,50 Euro für die Leistungen zur Teilhabe (persönliches Budget) abdrücken musste. Mittlerweile muss ich mehr Miete bezahlen, so dass ich derzeit über der Grenze liege. Ich engagiere mich für meinen Sohn sehr und es geht mir nicht um den Betrag, den ich ans Sozialamt überweisen musste. Es geht mir darum, dass auch Ehepartner und Kinder zu diesem Unterhalt heran gezogen werden und hier eine ganz klare Benachteiligung für Menschen mit Behinderung bei der Partnersuche/Kinderfrage entsteht. Zudem werden aktive Eltern unnötig belastet und die Prüfungen der Vermögensverhältnisse empfinde ich persönlich als Zumutung. Alles was wir brauchen ist etwas Unterstützung im lebenspraktischen Bereich und dafür muss man sich von den Behörden so behandeln lassen. Unmöglich! Niemand konnte mir sagen wie hoch der Selbstbehalt ist, keine Beratungsstelle, und auch die Ämter haben mir keine verbindliche Auskunft geben können, es hieß etwa 1.500 Euro. In Wirklichkeit sind es nur 1.200 Euro und ich lag mit einem Betrag von 50 Euro drüber. Nicht nur muss ich für mich selbst sorgen, ich muss meinem Sohn beispielsweise auch Geld für die Waschmaschinenreparatur, Bekleidung oder einen Sportkurs finanzieren - für mich selbst bleibt weniger als die Sozialhilfe.“

Sabine Müller, Berlin

 

Robert GrundKeine Assistenz im Ausland für EntwicklungszusammenarbeitRote Waage im Ungleichgewicht

§ 18 SGB IX macht es mir unmöglich, als gehörloser Mensch mit Assistenzbedarf gleichberechtigt aktiv in der Entwicklungszusammenarbeit tätig zu werden. Ich benötige einen Kommunikations-Assistenten, denn für gehörlose Menschen ist die deutsche Sprache eine Fremdsprache. Ihre Muttersprache ist die deutsche Gebärdensprache. Ich kämpfe nun schon seit über zwei Jahren um eine Arbeitsassistenz, um an Projekten im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit mitarbeiten zu können.

In Deutschland ist ein Kommunikations-Assistent für einen gehörlosen Menschen oftmals selbstverständlich. §18 SGB IX erlaubt Assistenz zwar auch, aber nur "im grenznahen Ausland". Nun gehört Nordkorea, wo ich mich für gehörlose Menschen engagiere – wie alle Länder in denen Entwicklungszusammenarbeit nötig ist – nicht zum grenznahen Ausland von Deutschland. Damit habe ich derzeit kein Anrecht auf eine Arbeitsassistenz. Dies kommt für mich einem Berufsverbot in der Entwicklungszusammenarbeit gleich. Deshalb muss diese Ungerechtigkeit im Bundesteilhabegesetz geändert werden. Link zu weiteren Informationen.

Robert Grund aus Hamburg

 

Logo von bezevInternationale Mobilität eingeschränkt

Dies ist ein Einblick in das Erlebnis einer jungen Frau mit Behinderung, die einen Rollstuhl nutzt und die sich gerne im Ausland engagieren möchte. Dieses Erlebnis steht stellvertretend für Menschen mit Behinderung, die Teilhabeleistungen nach SGB IX, XI oder XII beziehen und sich gerne im Rahmen von Bildung oder Arbeit im Ausland aufhalten möchten. Der Grund, weshalb ein Mensch, der einen Rollstuhl nutzt, beispielsweise nicht gleichberechtigt wie andere Menschen einen Freiwilligendienst im (außereuropäischen) Ausland leisten kann, oder für seinen deutschen Arbeitgeber im (außereuropäischen) Ausland tätig werden kann, ist folgender: Für die Teilhabe notwendige Leistungen werden dort nicht finanziert: Obwohl der gewöhnliche Aufenthalt der Person weiterhin in Deutschland bleibt und sie dieselben Leistungen auch in Deutschland in Anspruch nimmt, wenn sie nicht ins Ausland geht.

Die für Teilhabe notwendigen Leistungen würden der jungen Frau während ihres Auslandsaufenthaltes gestrichen und sie müsste selbst für die Kosten aufkommen – zum Beispiel für ihre Persönliche Assistenz, sowie für die wöchentliche Physiotherapie. Alleine für die beiden Bedarfe müsste sie so für nahezu 6.000 Euro/Monat aufkommen. Die hoch motivierte junge Frau brach bereits im Bewerbungsverfahren ihren Traum von einem Freiwilligendienst ab.

Dies ist nur ein Beispiel von vielen, welches deutlich macht, dass Menschen mit Behinderung nicht gleichberechtigt an allen Lebensbereichen teilnehmen können. Internationale Mobilität im Rahmen von Bildung oder Arbeit  – Das ist längst nicht selbstverständlich für alle möglich!

Rebecca Daniel - Behinderung und Entwicklungszusammenarbeit - bezev e.V.

Link zum Forderungspapier für eine internationale Mobilität

 

 

Link zu weiteren Beispielen über Probleme von behinderten Menschen mit Assistenzbedarf

Link zu Erfahrungsberichten behinderter Eltern

 

 

 

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