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Bundesteilhabegesetz umsetzen und weiterentwickeln

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Eine Reihe von Regelungen des Bundesteilhabegesetzes sind schon in Kraft getreten. Am 1. Januar 2020 folgen weitere. Im Rahmen des vom Deutschen Bundestag bewilligten und aus dem Partizipationsfonds des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales geförderten Projektes "Förderung der Partizipation und Selbstvertretung behinderter Menschen bei der Umsetzung und Weiterentwicklung des Bundesteilhabegesetzes" bieten wir Informationen zum Bundesteilhabegesetz und dessen Umsetzung.

 

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Beratung auf Augenhöhe durch Tandem-Beratung in Oberhausen

Gesendet von Ottmar Miles-Paul am 06.01.2019
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Oberhausen (kobinet) Während bundesweit zunehmend über die gemeinsame Beratung mit Menschen mit Lernschwierigkeiten unter verschiedenen Begrifflichkeiten diskutiert wird, bietet die Lebenshilfe Oberhausen mit ihrem Projekt "Die Doppeldurchblicker" seit dem 1. Februar 2018 als Teil des Projektes "Leben im Pott. Inklusiv von hier aus für Menschen" eine "Tandem-Beratung" an. kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul führte mit einigen Akteur*innen der "Doppeldurchblicker" folgendes Interview.

kobinet-nachrichten: Sie bieten ein Beratungsangebot an, das besonders auch für Menschen mit Lernschwierigkeiten interessant ist. Worum handelt es sich da genau?

Mathias Ries: Die Tandem-Beratung. Menschen mit und ohne Behinderung beraten gemeinsam. Die Themen der Beratung sind sehr vielfältig. Das finde ich sehr besonders.

Stephanie Franken: Tandem-Beratung ist gut für den Rat-Suchenden. Er bekommt doppelte Aufmerksamkeit. Wir schmeißen in den Pott, was wir wissen. Wir bieten es dem Rat-Suchenden an. Der Rat-Suchende kann aus dem Topf nehmen, was er braucht.

Leo Pyta-Greca: Es ist auch gut für die Berater: Mal sitzt der eine vorne. Mal der Andere.

Stefan Wöhner: Zu zweit kann man sich ergänzen.

Susanne Höch: Menschen mit Behinderung werden ernst genommen.

Andrea Auner: Tandem-Berater haben ein Gespür für die Wünsche des Rat-Suchenden. Und füreinander. Sie achten gemeinsam auf den Rat-Suchenden.

 

kobinet-nachrichten: Bei Ihnen arbeiten auch Menschen mit Lernschwierigkeiten mit. Wie funktioniert das genau und wie haben Sie das organisiert?

Susanne Höch: Einmal in der Woche machen wir ein Team-Treffen. Wir haben regelmäßig zusammen Supervision. Das heißt: Einer schaut mit uns drauf. Auf die Arbeit. Wir gehen zusammen zu Fortbildungen.

Andrea Auner: Das Vertrauen zwischen den Tandem-Beratern ist wichtig. Sie achten aufeinander. Sie unterstützen sich gegenseitig.

Stephanie Franken: Die Beratung ist auf Augenhöhe. Und in Leichter Sprache. Wir arbeiten mit einem Beratungs-Plan in Leichter Sprache.

Leo Pyta-Greca: Es kommt ja auf die Art der Einschränkung an und jeder wird dann individuell nach seinen Fähigkeiten eingesetzt.

Stephanie Franken: Tandem-Beratung ist dann gut, wenn es keine Rolle spielt, wer eine Behinderung hat und wer nicht.

 

kobinet-nachrichten: Oft dürfen Menschen mit Lernschwierigkeiten zwar "ehrenamtlich" oder mittels kleiner Aufwandspauschalen in Beratungsstellen mitberaten. Wie ist das bei Ihnen?

Stefan Wöhner: Die Tandem-Berater werden eingestellt. Die Berater werden für ihre Arbeit bezahlt. Egal ob sie Berater mit oder ohne Behinderung sind. Ich arbeite nicht in der Werkstatt. Ich bekomme Hartz IV und ich arbeite gleichzeitig bei "Leben im Pott". Ich bin angestellt bei der Lebenshilfe und bekomme ganz normal meinen Lohn nach Tarif. Das wird bei mir zum Hartz IV dazugerechnet.

Stephanie Franken: Wir haben auch ehrenamtliche Mitarbeiter. Die sind auch Berater. Sie sind sehr wichtig. Das sind auch Menschen mit Behinderung und Menschen ohne Behinderung.

 

kobinet-nachrichten: Wenn Sie sich nun die Bewilligungspraxis für die ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatungsstellen anschauen, was kommt Ihnen da in den Sinn?

Andrea Auner: Ich weiß nicht, wie viele Experten in eigener Sache in den Beratungsstellen beraten. Oder wie viel Erfahrung die neuen Beratungsstellen mit Menschen mit Lernschwierigkeiten als Rat-Suchende oder als Berater haben.

Stephanie Franken: Mir kommt sofort in den Sinn: Schade, sie haben uns nicht genommen. Wir haben viel Erfahrung. Wir haben das gelernt. Jetzt gibt es eine neue unabhängige Teilhabe-Beratungsstelle in Oberhausen. Die fangen ganz von vorn an. Natürlich arbeiten wir mit der Beratungsstelle zusammen.

 

kobinet-nachrichten: Wenn Sie zwei Wünsche frei hätten, welche wären dies?

Wir wünschen uns: Mehr Geld für unsere Beratung. Die Anwendung der Goldenen Regeln von Mensch zuerst – Netzwerk People First Deutschland für die Beratung - auch und gerade bei den neuen ergänzenden unabhängigen Teilhabe-Beratungsstellen (EUTB).

kobinet-nachrichten: Vielen Dank für das Interview.

 

Link zum Projekt Leben im Pott mit dem Angebot der "Doppeldurchblicker"

Das Bild zeigt: Die "Doppeldurchblicker": Andrea Auner, Stefan Wöhner, Susanne Höch, Stephanie Franken, Leo Pyta-Greca. Zum Team von Leben im Pott gehören noch weitere Berater*innen. Sie sind nicht auf diesem Foto. Sie sind aber sehr wichtig für unsere Arbeit, betont das Team.

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06.12.2018, DO  Köln    2. LVR-Dialog Inklusion und Menschenrechte  10:00 - 16:00 Uhr Uhr
03.12.2018, MO  Berlin    DBR-Veranstaltung: Arm ab und arm dran - Armutsrisiko Behinderung  10.00 - 16.00 Uhr Uhr
19.11.2018, MO  Berlin    Inklusionstage des BMAS  19.11.18 11.00 - 20.11.18 14:00 Uhr Uhr
08.10.2018, MO  Manfred-Sauer-Stiftung Lobbach    Intensiv-Kurs Recht zu rechtlichen Grundlagen für die Teilhabeberatung  8.10. - 12.10.2018 Uhr
25.09.2018, DI  Kreuztal bei Siegen    Mehr Selbstbestimmung und Teilhabe durch das neue Bundesteilhabegesetz auch in unserer Region?!  17:00 Uhr Uhr
01.09.2018, SA  Haus der Region Hannover    Auftaktveranstaltung einer Fortbildungsreihe zum Bundesteilhabegesetz  10.00 - 15.00 Uhr Uhr
15.08.2018, MI  Jugendgästehaus Duderstadt    Teilhabeberatung beim Sommercamp  14:30 - 17:00 Uhr Uhr
12.08.2018, SO  Duderstadt vom 12. - 17. August 2018    Sommercamp zum selbstbestimmten Leben behinderter Menschen   Uhr
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