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Bundesteilhabegesetz umsetzen und weiterentwickeln

symbolische Waage

Eine Reihe von Regelungen des Bundesteilhabegesetzes sind schon in Kraft getreten. Am 1. Januar 2020 folgen weitere. Im Rahmen des aus dem Partizipationsfonds des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales geförderten Projektes "Förderung der Partizipation und Selbstvertretung behinderter Menschen bei der Umsetzung und Weiterentwicklung des Bundesteilhabegesetzes" bieten wir u.a. die folgenden Informationen.

 

symbolisch Paragrafen
Link zum Bundesteilhabegesetz


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Erfahrungen mit dem Peer Counseling

Gesendet von Ottmar Miles-Paul am 08.02.2016
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Uwe FrevertKaßel (kobinet) Nicht zuletzt aufgrund der aktuellen Diskußion für eine Förderung einer unabhängigen Beratung inklusive des Peer Counselings im Rahmen des Bundesteilhabegesetzes hat die Intereßenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) Leistungsanforderungen für öffentlich geförderte Peer Counseling Angebote entwickelt. kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul sprach mit dem langjährigen Peer Counselor Uwe Frevert über seine Arbeit.

kobinet-nachrichten: Sie arbeiten als Peer Counselor beim Verein zur Förderung der Autonomie Behinderter (fab) in Kaßel. Wer läßt sich bei Ihnen beraten und gibt es Beratungßchwerpunkte?

Uwe Frevert: Wir bekommen von allen Beteiligten aus dem Bereich der Behindertenhilfe Anfragen. Das sind Anfragen am Telefon oder auch persönliche Gespräche in unseren Beratungsräumen. Knapp 15 Prozent der Anfragen kommen von Institutionen wie Pflegestützpunkten, Integrationsfachdiensten, aber auch Sachbearbeiter, Lehrer und vom Amtsgericht bestellte BetreuerInnen melden sich bei uns. Weiter sind es Eltern behinderter Kinder und zu 54 Prozent kommen die Anfragen von behinderten Menschen selbst. Bei vielen Anfragen geht es darum, daß Menschen ihre Behinderung ausgleichen müßen und dafür eine Finanzierung benötigen. Unsere Erfahrung ist, daß die Kostenträger hierfür meist keine konstruktive Beratungsarbeit leisten. So wird zum Beispiel oft behauptet, daß berufstätige behinderte Menschen vom Sozialamt keine Hilfe erhalten können.
Manchmal geht es aber auch darum, daß die ratsuchende Person ihr Leben unabhängig von einem Pflegedienst oder der Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) gestalten will. Komplex sind diese Fragen, weil dabei meist eine Lebensplanung gestaltet werden muß. Alternativen eröffnen sich zum Beispiel, wenn eine Beschäftigung in einer WfbM finanziert werden kann, aber eigentlich Alternativen zur WfbM gewünscht werden. Hier geht es oft auch um die Frage: "Wie geht es mit dem Persönlichen Budget?" Das Sozialamt schickt uns vermehrt Ratsuchende, damit diese behinderten Leistungsberechtigten sich mit ihrer Entscheidung zum Persönlichen Budget nicht überfordern. Empathie und Wißen über behindertes Leben in der Welt der nichtbehinderten Gesellschaft ist hier gefragt.

kobinet-nachrichten: Welche Bedeutung hat das Peer-Counseling-Beratungsangebot des fab e.V. in der Stadt Kaßel?

Uwe Frevert: Die Ratsuchenden schätzen, daß hier in unserer Organisation viele Menschen mit Behinderung arbeiten und verantwortliche Positionen einnehmen. Junge, heranwachsende behinderte Menschen wollen zum Beispiel wißen, wie es nach der Schule weiter geht. Das Zentrum für selbstbestimmtes Leben in Kaßel, also der fab e.V., ist mit all seinen behinderten Beschäftigten ein größeres, mittelständisches Unternehmen. Sehr beliebt sind wir daher auch als Praktikumßtelle für behinderte Jugendliche aus der Schule und dem Studium. Für diese behinderten Menschen ist es trotz aller Fortschritte in der Gesellschaft sehr erhellend, wenn sie uns als behinderte Berufstätige erleben können. Die Anleitung durch einen erfahrenen Peer Counselor ist dabei sehr hilfreich. Unsere behinderten BeraterInnen wißen oft persönlich, wie schwer es ist, ein Anliegen mit den Behörden und den Leistungsanbietern zu verhandeln.

kobinet-nachrichten: Sie sind seit über 20 Jahren Ausbilder in der Peer-Counseling-Weiterbildung des Bildungs- und Forschungsinstituts zum selbstbestimmten Leben Behinderter (bifos). Was können die Teilnehmenden am Ende der Weiterbildung und welche Einsatzmöglichkeiten bestehen für sie?

Uwe Frevert: Wir erhoffen uns, daß die Teilnehmenden nach der Peer-Counseling-Weiterbildung ihre persönliche Situation in der Gesellschaft richtig einordnen können. Es geht darum, daß es nicht nur "die böse Gesellschaft" ist, die viele von uns auch behindert, das heißt, es geht auch darum, eine Diskriminierung als solche zu erkennen. Es geht auch darum, daß das behinderte Individuum durchaus Initiative ergreifen kann, um für sich die Situation zu verbeßern. Es gibt viele Möglichkeiten, eine Behinderung auszugleichen und beherrschbarer zu machen und mit ihr im Einklang zu leben. Dazu muß ich aber auch klar erkennen können, wer oder was mich behindert, was ist mein eigener Anteil, der mich behindert und was kann mein Beitrag sein, um die Behinderung zu mildern.

kobinet-nachrichten: Was sind Ihre Wünsche für das Peer Counseling?

Uwe Frevert: Ich bin davon überzeugt, daß Peer Counseling gerade in der Behindertenhilfe, also in der Rehabilitation, eingesetzt werden sollte. Wenn man sich vorstellt, daß Peer Counseling in der Förderschule, in der Werkstatt für behinderte Menschen oder dem Berufsbildungswerk usw. eingesetzt werden würde, also behinderte MitarbeiterInnen als Rollenvorbild für das Ziel der jeweiligen Rehabilitationsmaßnahme eingesetzt werden, dann würden diese Einrichtungen auch vermehrt an ihre Zielsetzung der Rehabilitation glauben können und nicht länger dafür plädieren, daß diese Sonderwelten wie Heime, Sonderschule und Werksttätten für behinderte Menschen in diesem hohen Ausmaß gesellschaftlich notwendig sind.

kobinet-nachrichten: Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg mit dem Peer Counseling.

Link zu den Leistungsanforderungen für öffentlich geförderte Peer Counseling Angebote der ISL

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Termine

Nächster Termin ist am 23.06.2018, SA
Pride Parade in Berlin

Berlin (), 23.06.2018, SA ,

Link zum Aufruf zur Mitwirkung im Organisationsteam für die diesjährige Mad Pride Parade in Berlin

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Pride Parade behindert und verrückt feiern

Berlin ab Hermannplatz (), 23.06.2018, SA 15:00 Uhr,

Link zu weiteren Infos

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Anstehende Termine
23.06.2018, SA  Berlin    Pride Parade in Berlin   Uhr
23.06.2018, SA  Berlin ab Hermannplatz    Pride Parade behindert und verrückt feiern  15:00 Uhr Uhr
12.08.2018, SO  Duderstadt vom 12. - 17. August 2018    Sommercamp zum selbstbestimmten Leben behinderter Menschen   Uhr
Frühere Termine (Archiv)
23.05.2018, MI  Trier, Tagungs- und Gästehaus Barmherzige Brüder, Nordallee 1, 54292 Trier    Bundesteilhabegesetz: Vom Tiger zum Kätzchen?  18:00 - 20:30 Uhr Uhr
21.05.2018, MO  Lobbach    Schulung zu rechtlichen Grundlagen der Teilhabeberatung   Uhr
21.05.2018, MO  Köln: Start Köln-Ehrenfeld S-Bahn, Kundgebung 16:00 Uhr Odonien, Hornstr. 85, Köln-Neuehrenfeld    Mad Pride Parade mit Kundgebung   Uhr
15.05.2018, DI  15.-17. Mai in Stuttgart    Deutscher Fürsorgetag   Uhr
05.05.2018, SA  Berlin    Demonstration zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung behinderter Menschen  14.00 - 17.00 Uhr Uhr
28.04.2018, SA  bundesweit an verschiedenen Orten    Aktionsfinder zu Aktionen zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung behinderter Menschen  Aktionen vom 28. April bis 13. Mai Uhr
25.04.2018, MI  Staatsarchiv Ludwigsburg    Diskussionsveranstaltung Inklusion oder Exklusion  19.30 Uhr - Einlass 19.00 Uhr Uhr
25.04.2018, MI  Herrenstr. 8 A in Hannover     Einweihung der EUTB-Beratungsstelle in Hannover  11:00 - 13:00 Uhr Uhr
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