Hintergrundbild
Menü
P

Bundesteilhabegesetz umsetzen und weiterentwickeln

symbolische Waage

Eine Reihe von Regelungen des Bundesteilhabegesetzes sind schon in Kraft getreten. Am 1. Januar 2020 folgen weitere. Im Rahmen des vom Deutschen Bundestag bewilligten und aus dem Partizipationsfonds des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales geförderten Projektes "Förderung der Partizipation und Selbstvertretung behinderter Menschen bei der Umsetzung und Weiterentwicklung des Bundesteilhabegesetzes" bieten wir Informationen zum Bundesteilhabegesetz und dessen Umsetzung.

 

symbolisch Paragrafen
Link zum Bundesteilhabegesetz


Nachrichten

Hier werden die letzten Nachrichten angezeigt. Viele ältere Nachrichten finden Sie hier im Archiv.

Fiktiver Bescheid an Abgeordnete in Sachen Assistenz

Gesendet von Ottmar Miles-Paul am 03.03.2016
Startseite >>

Briefe an BundestagsabgeordneteBerlin: Was es bedeuten würde, wenn Bundestagsabgeordnete, die in ihrer Tätigkeit auch Aßistenz nutzen, mit behinderten AßistenznutzerInnen gleichgestellt würden, hat Constantin Grosch in einem fiktiven Bescheid an eine Reihe von Bundestagsabgeordneten deutlich gemacht. Denn diesen würden dann nach den derzeitigen Regelungen nur 2.600 Euro an Ersparnißen bleiben und sie müßten ein Großteil ihres Einkommens abgeben.

Bescheid an die Bundestagsabgeordneten

Unter dem Betreff "Neufestsetzung Ihrer Abgeordnetenentschädigung zum 01.07.2016" schrieb Constantin Grosch in einem fiktiven Bescheid der Bundestagsverwaltung folgendes an die Bundestagsabgeordneten:

"Sehr geehrter Herr Abgeordneter ...,
durch die Verabschiedung des Gesetzes zur Änderung des Abgeordnetengesetzes vom 11.02.2014 wird eine Neufestsetzung Ihrer Abgeordnetenentschädigung nötig. Gem. § 11 Abs. 4 erfolgt dies erstmalig zum 01.07.2016. Ihre monatliche Entschädigung steigt gem. dem vom Statistischen Bundesamt ermittelten Nominallohnindex um 4,8 %. Neben den monatlichen Beiträgen zur Pflegeversicherung i.H.v. 26,13 € müßen wir Ihnen bedauerlicherweise mitteilen, daß Ihnen zusätzlich 58.579,92 € Ihres jährlichen Einkommens abgezogen werden. Darüber hinaus weise ich Sie freundlichst auf Ihre Verpflichtung zum Einsatz Ihres gesamten Vermögens oberhalb von 2.600,00 € hin. Das Einkommen und Vermögen Ihres Partners bzw. Ihrer Partnerin muß ebenfalls berücksichtigt werden. Bitte teilen Sie uns also umgehend deren Einkünfte und Vermögen mit. Gemeinsam dürfen Sie ein maximales Vermögen i.H.v. 3.214 € besitzen. Diese Regelung ergibt sich daraus, daß Sie zur Ausübung Ihrer Abgeordnetentätigkeit Aßistenz nutzen und mit behinderten Menschen, die Unterstützung nach dem Elften Kapitel SGB XII benötigen, gleichgestellt werden."

Text zur Erklärung des Sachverhalts

Zur Erklärung schrieb Constantin Grosch auf der Rückseite des Briefes: "mittlerweile unterstützen fast 300.000 Menschen die von mir initiierte Petition für ein Recht auf Sparen und für ein gutes Teilhabegesetz. Damit wenden sich diese Menschen zusammen mit mir gegen die der­zeitigen Regelungen, wonach behinderte Menschen nicht mehr als 2.600 Euro sparen dürfen, wenn sie Aßistenz und Hilfen, die sie aufgrund ihrer Behinderung dringend brauchen, bekommen wollen. Wir werden so systematisch arm gehalten und können unser Leben lang nicht für Anschaffungen, Altersvorsorge, Urlaub, Fahrzeuge, Umbauten, etc. sparen. Zudem müßen wir noch einen hohen Anteil unseres Einkommens für diese Leistungen bezahlen und unsere Partnerinnen und Partner werden, unabhängig davon, ob sie eine eigene Behinderung haben, mit dem gleichen Regeln herangezogen. Liebe macht hier also sprichwörtlich arm.

Da Sie als Abgeordnete/r sicherlich genauso wie ich wißen, wie wichtig eine gute Aßistenz ist, und diese MitarbeiterInnen zum Glück für Ihre Arbeit als Abgeordnete vom Staat finanziert bekommen, gehe ich davon aus, daß Sie Verständnis für meine Situation haben. Um Ihnen vor Augen zu führen, was es für Sie konkret bedeuten würde, wenn der Deutsche Bundestag im Rahmen der anstehenden Reform des Bundesteilhabegesetzes eine Gleichstellung behinderter Menschen mit aßistenznutzenden Abgeordneten analog der derzeitigen gesetzlichen Regelungen für die Eingliederungshilfe und Hilfe zur Pflege beschließen würde, füge ich Ihnen in der Anlage einen fiktiven Bescheid des Deutschen Bundestages an.

Wenn Sie, wie ich, geschockt sind, was Ihnen von Ihrer Arbeit bleibt bzw. welche Perspektiven auf dieser Basis für Ihr berufliches und privates Leben bleiben würden, dann geht es Ihnen wie mir und vielen anderen behinderten Menschen. Bedenken Sie: Wer einen durchschnittlichen Verdienst hat, kann überhaupt nichts sparen. Betroffen sind übrigens auch viele Menschen, die im Laufe ihres Lebens behindert werden, so daß sie auf Eingliederungshilfen bzw. Hilfe zur Pflege nach dem Sozialgesetzbuch XII zur Bewältigung ihres Alltags angewiesen sind. Sie, Ihre PartnerInnen und Familien müßen nicht nur einen Schicksalßchlag bewältigen, sondern werden gleichzeitig systematisch arm gemacht.

Im Vertrauen darauf, daß Sie nicht nur meine Situation als Student mit einer Behinderung verstehen, der auf ein gleichberechtigtes Leben und auf eine Arbeit hofft, die sich auch finanziell lohnt, verbleibe ich in der Hoffnung, daß Sie sich mit mir und den vielen anderen solidarisieren und sich im Rahmen des Bundesteilhabegesetzes für die Abschaffung der Anrechnung des Einkommens und Vermögens auf Leistungen für behinderte Menschen einsetzen. Auf eine mutmachende Antwort hoffend, bedanke ich mich bereits im Voraus und verbleibe mit freundlichen Grüßen Constantin Grosch."

Constantin Grosch setzt sich mit seiner Petition für ein Recht auf Sparen und ein gutes Bundesteilhabegesetz bei change.org für die vollständige Abschaffung der Anrechnung des Einkommens und Vermögens auf Hilfen für behinderte Menschen ein.

Link zur Petition, die mittlerweile über 291.000 UnterstützerInnen hat

zurück


zu facebook E-Mail

Termine

Nichts ist geplant , DO
Kein Eintrag
Anstehende Termine
Kein Eintrag
Frühere Termine (Archiv)
08.10.2018, MO  Manfred-Sauer-Stiftung Lobbach    Intensiv-Kurs Recht zu rechtlichen Grundlagen für die Teilhabeberatung  8.10. - 12.10.2018 Uhr
01.09.2018, SA  Haus der Region Hannover    Auftaktveranstaltung einer Fortbildungsreihe zum Bundesteilhabegesetz  10.00 - 15.00 Uhr Uhr
15.08.2018, MI  Jugendgästehaus Duderstadt    Teilhabeberatung beim Sommercamp  14:30 - 17:00 Uhr Uhr
12.08.2018, SO  Duderstadt vom 12. - 17. August 2018    Sommercamp zum selbstbestimmten Leben behinderter Menschen   Uhr
09.08.2018, DO  Georg-Michael-Pfaff Saal der Volkshochschule Kaiserslautern    Selbstbestimmt leben in Kaiserslautern?  18:30 Uhr Uhr
23.06.2018, SA  Berlin    Pride Parade in Berlin   Uhr
23.06.2018, SA  Berlin ab Hermannplatz    Pride Parade behindert und verrückt feiern  15:00 Uhr Uhr
23.05.2018, MI  Trier, Tagungs- und Gästehaus Barmherzige Brüder, Nordallee 1, 54292 Trier    Bundesteilhabegesetz: Vom Tiger zum Kätzchen?  18:00 - 20:30 Uhr Uhr
21.05.2018, MO  Lobbach    Schulung zu rechtlichen Grundlagen der Teilhabeberatung   Uhr
21.05.2018, MO  Köln: Start Köln-Ehrenfeld S-Bahn, Kundgebung 16:00 Uhr Odonien, Hornstr. 85, Köln-Neuehrenfeld    Mad Pride Parade mit Kundgebung   Uhr

Koordiniert vom
Logo Netzwerk Artikel 3

Gefördert durch:
Bundesministerium für Arbeit und Soziales (Logo)
aufgrund eines Beschlusses
des Deutschen Bundestages

Weitere Seiten: