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Bundesteilhabegesetz umsetzen und weiterentwickeln

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Eine Reihe von Regelungen des Bundesteilhabegesetzes sind schon in Kraft getreten. Am 1. Januar 2020 folgen weitere. Im Rahmen des vom Deutschen Bundestag bewilligten und aus dem Partizipationsfonds des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales geförderten Projektes "Förderung der Partizipation und Selbstvertretung behinderter Menschen bei der Umsetzung und Weiterentwicklung des Bundesteilhabegesetzes" bieten wir Informationen zum Bundesteilhabegesetz und dessen Umsetzung.

 

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Gesellschaftliche Ausgrenzung kritisiert

Gesendet von Ottmar Miles-Paul am 04.05.2015
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Valentin AicheleBerlin (kobinet) Der UN-Fachaußchuß für die Rechte von Menschen mit Behinderungen hat am 17. April in seinen Abschließenden Bemerkungen zum Staatenprüfungsverfahren die gesellschaftliche Ausgrenzung von Menschen mit Behinderungen in Deutschland kritisiert. Die Monitoring-Stelle zur UN-Behindertenrechtskonvention, eingerichtet im Deutschen Institut für Menschenrechte, legte heute eine deutschsprachige Übersetzung der Abschließenden Bemerkungen sowie eine Zusammenfaßung vor. Deren Leiter Valentin Aichele erklärte, der Außchuß habe klare und richtungsweisende Anforderungen formuliert, wie die UN-Behindertenrechtskonvention weiter umgesetzt werden soll. "Bund, Länder und Gemeinden haben aus Genf sehr viele Hausaufgaben bekommen. Es ist höchste Zeit, daß Deutschland die Weichen für eine inklusive Gesellschaft stellt. Dabei ist nicht nur das Tempo zu erhöhen, sondern es müßen auch Strukturen geändert und gesellschaftliche und politische Widerstände gegen Inklusion überwunden werden", betonte Aichele.

So fordert der Außchuß bei Wohnen, Bildung und Arbeit den Ausbau inklusiver Strukturen. Im Bereich Wohnen ist die sogenannte 'Deinstitutionalisierung' verstärkt voranzubringen. Das bedeutet, Menschen mit Behinderungen nicht mehr in gesonderten Wohnformen unterzubringen, sondern ihr Selbstbestimmungsrecht im Bereich Wohnen maßgeblich zu respektieren. Der Außchuß legt Deutschland zudem nahe, die Zahl der Sonderschulen deutlich zu verringern, behinderte und nicht-behinderte Kinder gemeinsam zu beschulen sowie die Werkstätten zugunsten einer Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt abzuschaffen. Der Außchuß übt berechtigte Kritik an der heute in Deutschland üblichen gesellschaftlichen Ausgrenzung von Menschen mit Behinderungen. Das Festhalten an den Doppelstrukturen bei Wohnen, Bildung und Arbeit ist eindeutig konventionswidrig.

Weiter verlangt das aus 18 Expertinnen und Experten bestehende Fachgremium mehr Anstrengungen beim Schutz der persönlichen Integrität von Menschen mit Behinderungen.

Insbesondere kritisiert der Außchuß, daß Zwang bei der Unterbringung und Behandlung von Menschen mit psychosozialer Behinderung weit verbreitet sei und die freie Entscheidung eine nachgeordnete Rolle spiele. Der Außchuß fordert Deutschland dringend dazu auf, Zwangsunterbringung und Zwangsbehandlung gesetzlich zu verbieten. Deutlichen Handlungsbedarf erkennt er außerdem beim Gewaltschutz von Frauen und Mädchen, von älteren Menschen in Pflege und von intersexuellen Kindern.

Deutsche Übersetzung und Zusammenfaßung der Abschließenden Bemerkungen der Monitoring-Stelle: http://www.institut-fuer-menschenrechte.de/monitoring-stelle/staatenberichtspruefung/crpd-follow-up/

Diese Übersetzung ist vorläufig, da die Vereinten Nationen bislang lediglich eine "Advance Unedited Version" veröffentlicht haben.

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