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Bundesteilhabegesetz umsetzen und weiterentwickeln

symbolische Waage

Eine Reihe von Regelungen des Bundesteilhabegesetzes sind schon in Kraft getreten. Am 1. Januar 2020 folgen weitere. Im Rahmen des aus dem Partizipationsfonds des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales geförderten Projektes "Förderung der Partizipation und Selbstvertretung behinderter Menschen bei der Umsetzung und Weiterentwicklung des Bundesteilhabegesetzes" bieten wir u.a. die folgenden Informationen.

 

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Kriegsheldin qQuiche kommt aus Tierheim

Gesendet von Ottmar Miles-Paul am 09.02.2016
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Ottmar Miles-PaulKommentar von Ottmar Miles-Paul

Viernheim (kobinet) Die Geschichte der fast siebenjährigen Hündin qQuiche, die 2013 im Spezialeinsatz in Afghanistan war, dort rund 2,5 Tonnen Explosivstoffe in neun Monaten gefunden und damit etlichen US-Soldaten das Leben gerettet hat, geht derzeit durch die Medien. Denn das Tier ist in einem heßischen Tierheim gelandet. Die Tatsache, daß die Hündin nach einer Facebook-Aktion nun frei und medienwirksam wieder in die USA kam, hat kobient-Redakteur Ottmar Miles-Paul zu einem Kommentar veranlaßt.

Link zum Artikel über die Hündin in der WAZ

Ja, es ist herzzerreißend und ungerecht, wenn Tiere in Tierheimen untergebracht werden müßen, weil sich ihre BesitzerInnen aus welchen Gründen auch immer, nicht mehr um ihre Tiere kümmern bzw. kümmern können und nirgends sonst unterkommen. Denn in Tierheimen herrscht trotz aller Bemühungen, auch vieler ehrenamtlich Tätiger, Enge, kein würdiger Lebensraum für die Tiere und meist hoher Anpaßungßtreß mit den vielen anderen eingesperrten Tieren an die institutionellen Gegebenheiten. Deshalb ist es gut, daß es einen öffentlichen Aufschrei gab und für die Hündin qQuiche nun endlich die Befreiung aus diesen unwürdigen Bedingungen erfolgte und sie hoffentlich tiergerecht ihren Lebensabend verbringen kann. Diese Geschichte erregte öffentliche Aufmerksamkeit, löste große Sympathien mit der Hündin aus und dient letztendlich als medienwirksame Geschichte zum Durchatmen, denn es wurde nun ja eine Lösung gefunden und die Odysee der Hündin hat ein Ende. Ob diese Geschichte dazu beiträgt, daß es auch für andere Tiere in Tierheimen, die keine Kriegshelden sind, Hoffnung gibt, bleibt abzuwarten.

Ja, die geneigten Leserinnen und Leser ahnen bereits die Übertragung der Geschichte von qQuiche, der Superspürnase und Kriegsheldin, auf die menschliche Natur und das was viele Menschen in Deutschland und der Welt erleben müßen, wenn sie abgeschoben werden, in sogenannte Heime, die nun meist gar nicht so heimelig sind. Matthias Grombach hat vor kurzem in den kobinet-nachrichten beschrieben, wie es für ihn war, mehrere Jahre in einem Altenheim leben zu müßen und Volker Mau schilderte eindrucksvoll, welche Sorgen er im sogenannten Betreuten Wohnen hatte, mit ständig wechselndem Personal und wenig Möglichkeiten am regulären Leben teilzunehmen. Hunderttausenden von älteren und behinderten Menschen bleibt hierzulande meist nur die eine Möglichkeit, in stationären Einrichtungen leben zu müßen. Sie müßen sich dort anpaßen, gerade wenn sie einen höheren Hilfebedarf haben - und wie viele Geschichten zeigen, so manches hinnehmen, was Otto-Normal-Bürger im Alltag nie und nimmer mit sich machen ließe und Skandal rufen würde. Wo sind hier die Facebook-Aktionen? Wo bleiben die auf so breites Intereße stoßenden öffentlichen Erfolgsgeschichten und wo bleiben die Lehren, die wir daraus ziehen, daß ein Leben mitten in der Gemeinde und personenzentrierter Unterstützung Standard wird, statt sich den institutionellen Gegebenheiten hingeben zu müßen? Und wo sind diejenigen, die denjenigen entschloßen entgegen treten, die sagen, daß man das nicht vergleichen kann, daß es doch gar nicht mehr so schlimm ist wie früher und daß es ja auch gute Heime gibt und immer Heime geben muß? Wo sind all die?

Die vielfältigen Sonderwelten, die unsere Gesellschaft für all diejenigen, die sich nicht selbst helfen können und nicht das nötige Kleingeld haben, verhindern es weitgehend, daß wir in engeren Kontakt zu denjenigen kommen, die dort leben, lernen und arbeiten müßen. Unsere leistungsorientierte Gesellschaft mit all den Denkweisen, die wir dafür entwickelt haben, verhindert häufig eine tiefere Solidarisierung mit diesen Menschen. Kommen wir allerdings doch in engeren Kontakt und eine einfühlsame Beziehung mit Menschen, die in solchen Einrichtungen leben müßen, sind wir meist betroffen, was alles nicht so menschenwürdig funktioniert, was da auf Hochglanzbroschüren, Benotungen von 1,0 und ähnlichem wohlfahrtstreu propagiert wird. Dies wird dann aus unterschiedlichen Gründen verdrängt, schöner geredet, weil es ja "nicht anders geht" oder das Personal sich ja so aufopfert. Es bleibt aber bei der individuellen Geschichte, für die man um Verbeßerungen ringt und wenn möglich, persönliches Geschick bzw. Beziehungen für den Einzelfall einsetzt. Der Alltag lockt dann jedoch schnell wieder, um das Erlebte, mit erlittene zu verdrängen. Der Blick auf das große Bild, auf die von maßiven Intereßen gesteuerte Wohlfahrsindustrie, die sich täglich mit schuldigt macht und ein menschenunwürdiges System mit ruhiger Hand am laufen hält, ja der Blick auf die außondernden Gesetze, unnachvollziehbaren Finanzierungßtrukturen und die ungleiche Geldverteilung sowie auf die systematischen Menschenrechtsverletzungen in diesem Land, dieser Blick bleibt aber aus. Es gibt ja Wohltäter, die man angesichts ihres aufopferungsvollen Jobs beßer nicht kritisiert und dann ist da ja das Geld, warum das wohl alles nicht anders gehen kann.

Für den Mann, dem der Hund von der US-Army in Obhut gegeben wurde, dürfte der Umgang mit einer Kriegsheldin Folgen haben. Wie das Tierheim dem Bericht in der WAZ zufolge inzwischen weiß, hatte der Armeeangehörige einen Vertrag unterschrieben, den Hund unter Strafandrohung keinesfalls abzugeben oder zu verkaufen. Nach Informationen des Tierheims ermitteln US-Stellen bereits gegen ihn, heißt es in der WAZ. Wo und wie wird gegen diejenigen ermittelt, die die Menschenrechte behinderter und älterer Menschen, aus welchen Gründen oder Zwängen heraus auch immer, tagtäglich mit Füßen treten, ermittelt?

Nicht einmal die offensichtlichen TäterInnen, die behinderten Menschen und Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen in Behinderteneinrichtungen und Psychiatrien in der Vergangenheit unermeßliches Unrecht, Leid oder konkrete Mißhandlungen zugefügt haben, werden gezielt strafrechtlich verfolgt, geschweige denn belangt, sofern sie noch leben. Am Donnerstag findet wieder eine Anhörung in Berlin statt, ob diese Menschen ähnlich wie die ehemaligen Heimkinder endlich auch eine Anerkennung und Hilfe bekommen. Von Entschädigung wird da erst gar nicht gesprochen und bei der Anerkennung der nicht abgeführten Rentenzahlung für damals geleistete Arbeit ist geplant, die Arbeit behinderter und psychisch beeinträchtigter Menschen geringer auszugleichen als bei Heimkindern in den Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen. Statt bis zu 25.000 Euro sollen diejenigen aus Behindertenheimen und Psychiatrien maximal 5.000 - 7.000 Euro nach den derzeitigen Plänen bekommen. Wo ist der Aufschrei? Wo sind die Facebook-Aktionen? Wo die Erfolgsgeschichten?

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Termine

Nächster Termin ist am 23.06.2018, SA
Pride Parade in Berlin

Berlin (), 23.06.2018, SA ,

Link zum Aufruf zur Mitwirkung im Organisationsteam für die diesjährige Mad Pride Parade in Berlin

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Pride Parade behindert und verrückt feiern

Berlin ab Hermannplatz (), 23.06.2018, SA 15:00 Uhr,

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Anstehende Termine
23.06.2018, SA  Berlin    Pride Parade in Berlin   Uhr
23.06.2018, SA  Berlin ab Hermannplatz    Pride Parade behindert und verrückt feiern  15:00 Uhr Uhr
12.08.2018, SO  Duderstadt vom 12. - 17. August 2018    Sommercamp zum selbstbestimmten Leben behinderter Menschen   Uhr
Frühere Termine (Archiv)
23.05.2018, MI  Trier, Tagungs- und Gästehaus Barmherzige Brüder, Nordallee 1, 54292 Trier    Bundesteilhabegesetz: Vom Tiger zum Kätzchen?  18:00 - 20:30 Uhr Uhr
21.05.2018, MO  Lobbach    Schulung zu rechtlichen Grundlagen der Teilhabeberatung   Uhr
21.05.2018, MO  Köln: Start Köln-Ehrenfeld S-Bahn, Kundgebung 16:00 Uhr Odonien, Hornstr. 85, Köln-Neuehrenfeld    Mad Pride Parade mit Kundgebung   Uhr
15.05.2018, DI  15.-17. Mai in Stuttgart    Deutscher Fürsorgetag   Uhr
05.05.2018, SA  Berlin    Demonstration zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung behinderter Menschen  14.00 - 17.00 Uhr Uhr
28.04.2018, SA  bundesweit an verschiedenen Orten    Aktionsfinder zu Aktionen zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung behinderter Menschen  Aktionen vom 28. April bis 13. Mai Uhr
25.04.2018, MI  Staatsarchiv Ludwigsburg    Diskussionsveranstaltung Inklusion oder Exklusion  19.30 Uhr - Einlass 19.00 Uhr Uhr
25.04.2018, MI  Herrenstr. 8 A in Hannover     Einweihung der EUTB-Beratungsstelle in Hannover  11:00 - 13:00 Uhr Uhr
14.04.2018, SA  Mainz    Inklusionsmesse Rheinland-Pfalz  10.00 - 15.00 Uhr Uhr
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