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Bundesteilhabegesetz umsetzen und weiterentwickeln

symbolische Waage

Eine Reihe von Regelungen des Bundesteilhabegesetzes sind schon in Kraft getreten. Am 1. Januar 2020 folgen weitere. Im Rahmen des aus dem Partizipationsfonds des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales geförderten Projektes "Förderung der Partizipation und Selbstvertretung behinderter Menschen bei der Umsetzung und Weiterentwicklung des Bundesteilhabegesetzes" bieten wir u.a. die folgenden Informationen.

 

symbolisch Paragrafen
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Mit 54 im Seniorenheim

Gesendet von Ottmar Miles-Paul am 19.01.2018
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Winfried Glo&szligl;erIngolstadt (kobinet) Seit November 2013 ringt der 54jährige Winfried Gloßl;er mit dem Bezirk Oberbayern und der Stadt Ingolstadt darum, daßl; er die Aßl;istenz finanziert bekommt, die er benötigt, um selbstbestimmt in seiner eigenen Wohnung leben zu können. Auf seinen Antrag auf ein Persönliches Budget bekam er zwischenzeitlich Recht vor dem Sozialgericht München und fand einen Ambulanten Dienst, der in Vorleistung ging und die Aßl;istenz erbrachte. Wegen des Berufungsverfahrens mußl;te er dann zwischenzeitlich zur Kurzzeitpflege in ein Heim bzw. sich auf polnische Aßl;istenzkräfte einlaßl;en, bis ihn der fortwährende Rechtßl;treit beim Bayerischen Landeßl;ozialgericht letztendlich im April 2017 zwang, in ein Seniorenheim 20 km entfernt von seiner Heimatstadt zu ziehen.

So läßl;t sich die Odyßl;ee zusammenfaßl;en, die Winfried Gloßl;er seit nunmehr über vier Jahre durchmacht und ihn nun letztendlich in ein Seniorenheim zwang, in dem er sich nicht nur Fehl am Platze fühlt, sondern ganz erhebliche Einschränkungen seiner Lebensqualität hinnehmen mußl;. Seine Wohnung konnte er bisher noch halten, aber wie lange das noch möglich ist, weiß er nicht. Wenn er diese einmal verloren hat, dann wird es aufgrund der geringen Anzahl barrierefreier Wohnungen noch schwieriger für ihn, in ein Leben außerhalb einer Einrichtung zurückzukehren. Deshalb hofft er auf schnelle Hilfe, wie er in einem Gespräch mit den kobinet-nachrichten deutlich gemacht hat, damit das Seniorenheim für ihn im Alter von 54 Jahren nicht zur Endstation wird.

Wenn man mit Winfried Gloßl;er spricht, wird schnell deutlich, was die letzten Jahre des Kampfes um eine menschenwürdige Aßl;istenz und der nunmehr schon fast neunmonatige Heimaufenthalt mit ihm gemacht hat. „Ich wurde in dieser Zeit an verschiedenen Stellen psychisch und körperlich unter Druck gesetzt und mußl;te viel einstecken, weil ich nicht die richtige Unterstützung bekam. Deshalb mußl;te ich mich letztendlich zwangsläufig dafür entscheiden, in ein Heim zu gehen. Ich möchte hier aber unbedingt schnell wieder raus und in meine eigene Wohnung mit der paßl;enden Aßl;istenz ziehen. Denn der Heimaufenthalt bedeutet für mich erhebliche Einschränkungen: ich komme hier erst sehr spät zum Frühstück und habe feste Toilettenzeiten. Mein Gesundheitszustand hat sich nicht zuletzt aufgrund des Streßl;es dieser belastenden Situation dermaßen verschlechtert, so daßl; ich beim Eßl;en schon erhebliche Schwierigkeiten habe und es mir oft sehr schlecht geht", schildert Winfried Gloßl;er seine derzeitige Situation im Gespräch mit den kobinet-nachrichten. Dabei versteht er nicht, daßl; das, was in anderen Städten wie München schon Standard ist, in Ingolstadt so schwierig ist – nämlich, daßl; behinderte Menschen die Aßl;istenz bekommen, die sie brauchen, um in den eigenen vier Wänden leben zu können.

Bei dem Rechtßl;treit, durch den Winfried Gloßl;er letztendlich nicht die Aßl;istenz bekommt, die er benötigt, um selbstbestimmt in seiner eigenen Wohnung leben zu können, geht es u.a. um den Mehrkostenvorbehalt, der im Sozialhilferecht nach wie vor gilt und der trotz heftiger Proteste im Bundesteilhabegesetz ab 1. Januar 2020 weiterbestehen wird. Die Stadt Ingolstadt argumentierte beispielsweise in ihrer Stellungnahme an das Sozialgericht München mit dem Kostenvergleich „einer angemeßl;enen und geeigneten stationären Einrichtung" im Vergleich zu den Kosten für die ambulante Pflege, die wesentlich höher sind. Für Winfried Gloßl;er hat dies zur Folge, daßl; er aufgrund der verweigerten Hilfen nun im Alter von 54 Jahren in einem Seniorenheim leben mußl;. Er hatte zwischenzeitlich versucht, seine 24-Stunden-Aßl;istenz durch eine polnische Pflegekraft zu bestreiten, was aber schief ging und für ihn menschenunwürdig war, weil jeweils nur eine Person zur Verfügung stand. Ähnliche Erfahrungen mit dem Heim als einzige Alternative mußl;te vor einigen Jahren Matthias Grombach machen, der sich nur mühsam und über Jahre hinweg wieder aus dem Heim herauskämpfen und sich ein selbstbestimmtes Leben in seiner eigenen Wohnung mit der nötigen Aßl;istenz aufbauen konnte.

„Ich hoffe, daßl; es bei mir schnell geht, daßl; ich wieder in meiner Wohnung leben kann, denn ich weiß nicht, wie das weitergehen soll. Mein Zustand verschlechtert sich durch diesen Streßl; bei meiner MS zusehends, meine Hände kann ich immer weniger benutzen und ich möchte nicht bettlägerig werden", erklärte Winfried Gloßl;er, der auf schnelle Hilfe vonseiten der Politik und Verwaltung hofft, um langfristig die Kostenerstattung zu bekommen, die er braucht, um seine Aßl;istenz entsprechend zu Hause organisieren zu können. Mittlerweile hat er gehört, daßl; es anderen behinderten Menschen im Raum Ingolstadt ähnlich gehen soll, mit denen er nun Kontakt aufnehmen möchte, um gemeinsam für die Rechte zu streiten.

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Termine

Nächster Termin ist am 25.04.2018, MI
Diskussionsveranstaltung Inklusion oder Exklusion

Staatsarchiv Ludwigsburg (Veranstalter: Kreisverband Bündnis 90/Die GRÜNEN Ludwigsburg), 25.04.2018, MI 19.30 Uhr - Einlass 19.00 Uhr,

Inklusion oder Exklusion?

25.4. um 19.30 Uhr, Einlass 19.00 Uhr.

Staatsarchiv Ludwigsburg, barrierefrei.

 

 

Mit der Landesbehindertenbeauftragten Stephanie Aeffner

Ottmar Miles-Paul, dem Gründungsmitglied des Behindertenverband Selbstbestimmt Leben in Deutschland  und Antonio Florio von Selbstbestimmt Leben im Landkreis Ludwigsburg e.V.

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Anstehende Termine
25.04.2018, MI  Staatsarchiv Ludwigsburg    Diskussionsveranstaltung Inklusion oder Exklusion  19.30 Uhr - Einlass 19.00 Uhr Uhr
05.05.2018, SA  Berlin    Demonstration zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung behinderter Menschen  14.00 - 17.00 Uhr Uhr
15.05.2018, DI  15.-17. Mai in Stuttgart    Deutscher Fürsorgetag   Uhr
21.05.2018, MO  Lobbach    Schulung zu rechtlichen Grundlagen der Teilhabeberatung   Uhr
21.05.2018, MO  Köln: Start Köln-Ehrenfeld S-Bahn, Kundgebung 16:00 Uhr Odonien, Hornstr. 85, Köln-Neuehrenfeld    Mad Pride Parade mit Kundgebung   Uhr
23.06.2018, SA  Berlin    Pride Parade in Berlin   Uhr
12.08.2018, SO  Duderstadt vom 12. - 17. August 2018    Sommercamp zum selbstbestimmten Leben behinderter Menschen   Uhr
Frühere Termine (Archiv)
14.04.2018, SA  Mainz    Inklusionsmesse Rheinland-Pfalz  10.00 - 15.00 Uhr Uhr
13.04.2018, FR  Mainz    Inklusionsmesse Rheinland-Pfalz  11:00 - 18:00 Uhr Uhr
06.04.2018, FR  Berlin    Treffen unabhängiger Teilhabeberatungsstellen   Uhr
07.03.2018, MI  Düsseldorf    Anhörung zum Ausführungsgesetz des Landes Nordrhein-Westfalen zur Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes des Landtagsausschusses für Arbeit, Gesundheit und Soziales  10:30 - 13:30 Uhr Uhr
28.02.2018, MI  Köln-Deutz    I Have a Dream: Perspektiven der Eingliederungshilfe  9:30 - 16:30 Uhr Uhr
22.02.2018, DO  Berlin Haus der Demokratie    Menschenrechte und Behinderung  19:00 Uhr

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