Münster/Köln: Menschen mit Behinderungen sollen, wie alle anderen, frei entscheiden können, wo und mit wem sie leben und wohnen möchten – im Heim, in einer Wohngemeinschaft oder einer eigenen Wohnung. In einem Modellprojekt zur Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes erproben jetzt die beiden Landschaftsverbände in Nordrhein-Westfalen gemeinsam, wie dies im Rahmen der gesetzlich vorgesehenen neuen Finanzierungsstrukturen am besten gelingen kann. Dies teilten die Landschaftsverbände Rheinland (LVR) und Westfalen-Lippe (LWL) mit.

"Das Bundesteilhabegesetz sieht ab 2020 eine Veränderung der Finanzierungsstruktur für stationäre Wohneinrichtungen für Menschen mit Behinderung vor. Die Finanzierung der Betreuung im Heim soll künftig angeglichen werden an die heutige Finanzierungsform bei ambulanter Unterstützung. Dadurch soll die Ambulantisierung gefördert werden. Um diesen Auftrag umzusetzen führen LVR und LWL nun gemeinsam ein Modellprojekt durch. Es wird finanziell vom Bund gefördert. Beteiligt sind acht Einrichtungen und Dienste der Behindertenhilfe in NRW sowie die jeweiligen Städte und Kreise. Es soll gemeinsam erarbeitet werden, wie das neue Leistungsrecht und die Vorgaben zur Finanzierung umgesetzt werden können. Begleitet wird das Projekt von einem Beirat. Dem gehören die Interessensvertretungen der Menschen mit Behinderung, die Leistungsanbieter, die kommunalen Spitzenverbände, sowie Vertretungen der Arbeits- und Sozialministerien von Land und Bund an", heißt es in einer Presseinformation der beiden Landschaftsverbände.

Gestern hat sich der Beirat konstituiert und seine Arbeit aufgenommen. Aufgabe des bis Ende 2021 laufenden Projektes ist die Erprobung der Trennung von existenzsichernden Leistungen und Fachleistungen sowie die Entwicklung und Erprobung eines neuen Leistungssystems für die Eingliederungshilfeleistung.