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Bundesteilhabegesetz umsetzen und weiterentwickeln

symbolische Waage

Eine Reihe von Regelungen des Bundesteilhabegesetzes sind schon in Kraft getreten. Am 1. Januar 2020 folgen weitere. Im Rahmen des vom Deutschen Bundestag bewilligten und aus dem Partizipationsfonds des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales geförderten Projektes "Förderung der Partizipation und Selbstvertretung behinderter Menschen bei der Umsetzung und Weiterentwicklung des Bundesteilhabegesetzes" bieten wir Informationen zum Bundesteilhabegesetz und dessen Umsetzung.

 

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Nachfragen zum Budget für Arbeit nehmen zu

Gesendet von Ottmar Miles-Paul am 20.08.2018
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Jena (kobinet) Die Nachfragen zum Budget für Arbeit, das im Bundesteilhabegesetz seit 1. Januar 2018 bundesweit möglich ist, hat zugenommen. Zumindest beobachtet dies die ergänzende unabhängige Teilhabeberatung der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Thüringen. kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul sprach mit Alexander Kiesewetter von der Beratungsstelle u.a. auch darüber, aber auch darüber, wo es noch klemmt und da drückt im Moment der Schuh besonders bei einer jungen Frau, die nicht im Eingangsbereicht der Werkstatt, sondern in einem Schulbistro ausgebildet werden möchte.

kobinet-nachrichten: Der Landesverband der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Thüringen ist einer von ca. 500 Trägern, die den Zuschlag für die ergänzende unabhängige Teilhabeberatung (EUTB) bekommen hat. Wie läuft die Beratung bei Ihnen an?

Alexander Kiesewetter: Seit dem 01.01.2018 bietet der Landesverband die EUTB thüringenweit an. Das Beratungsangebot des Landesverbandes ist trotzdem nicht neu. Der Verein existiert bereits seit 1995. Grundsätzliche Erfahrungen im Verein zu behinderungsspezifischen Themen oder auch chronischen Erkrankungen sind vorhanden. Wie auch bei anderen Projekten ist unsere Arbeit im Rahmen der EUTB seit Beginn des Jahres sowohl von Beratung, aber auch insbesondere von Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit geprägt. Vernetzung insofern, dass wir uns mit anderen EUTB-Beratungsstellen des Freistaates Thüringen zusammensetzen, Erfahrungen austauschen und uns gegenseitig unterstützen. Wir haben zum Beispiel in Kooperation mit dem Verein INWOL das erste selbstorganisierte Netzwerktreffen der EUTBs Thüringens organisiert. Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit weisen wir bei Institutionen, Behörden und potentiellen Ratsuchenden auf die EUTB als neues Angebot hin.

Kobinet-nachrichten: Das Thema Arbeit dürfte in der Beratung sicherlich auch eine Rolle spielen. Welche Erfahrungen machen Sie dabei? Wo gibt es Erfolge und wo klemmt es in der Praxis noch?

Alexander Kiesewetter: Ja, wir haben zum Beispiel einige Anfragen zum Budget für Arbeit erhalten. Dabei stoßen Ratsuchende aus unserer Sicht immer wieder auf Hürden, bei deren Überwindung wir sie unterstützen. Diese Hürden sind zum Beispiel Unkenntnis zuständiger Kostenträger, was bis zum "abwimmeln" der Menschen reicht, da diese angeblich nicht leistungsberechtigt seien. Das passiert aus unserer Sicht zum Teil aus Überforderung der Mitarbeiter*innen der Behörden. Unsere Beobachtung ist, dass die Kommunikation der Beteiligten, also zwischen Antragssteller*innen und Sozialleistungsträgern, nicht immer reibungslos funktioniert. Hier können wir als unabhängige Beteiligte vermitteln.

Die Nachfrage nach dem Budget für Arbeit hat zugenommen. Wir begleiten zum Beispiel eine Person bereits seit März 2018. Es war ein langes, zähes Hin und Her. Aber vor kurzem wurde der Antrag nun endlich bewilligt. Durch unsere Unterstützung konnte hier das Ziel erreicht werden, was wirklich eine schöne Sache ist und uns in unserer Arbeit bestätigt.

Kobinet-nachrichten: Können Sie eine konkrete Beratungssituation benennen, an der sich zeigt, wie schwierig es zuweilen ist, inklusive Lösungen zu finden?

Alexander Kiesewetter: Ich begleite gemeinsam mit einer Kollegin von der EUTB des INWOL e.V. aus Jena seit ca. einem halben Jahr eine Familie im Übergang Schule / Beruf. Es geht um eine junge Frau, die nicht in die Werkstatt für behinderte Menschen gehen, sondern stattdessen eine "Ausbildung" außerhalb der Werkstatt, also das Eingangsverfahren sowie den ambulanten Berufsbildungsbereich außerhalb der Werkstatt absolvieren möchte. Dies wäre eine Tätigkeit im Schulbistro der Montessorischule Jena. Wir befinden uns seit einigen Monaten dazu mit der Familie von Emily, so der Name des Mädchens, dem Montessori Jena e.V. sowie der Agentur für Arbeit Jena in Gesprächen über die Ermöglichung des Vorhabens. Die Mutter von Emily hat inzwischen die Übernahme der Kosten als Persönliches Budget sowie die Fahrtkosten bei der Agentur für Arbeit Jena beantragt. Jedoch benötigt Emily auch eine Form der Anleitung und Assistenz am Arbeitsplatz für die 27-monatige Ausbildung (analog zum Eingangsbereich und Berufsbildungsbereich der WfbM). Die Übernahme dieser Kosten, ca. 36.800 Euro sind jedoch im Budget nicht vorgesehen, bzw. ist als Anleitung am Arbeitsplatz werkstattanalog nicht vorgesehen. Die Agentur für Arbeit würde diese Kosten deswegen nicht übernehmen. Hier kann mal wieder ganz deutlich aufgezeigt werden, dass es leider wie so oft am Geld scheitert. Das individuelle Bedürfnis der Familie auf das Wunsch- und Wahlrecht findet, auch bedingt durch das Bundesteilhabegesetz, wenig Berücksichtigung. Die Gesetzgebung und behördliche Strukturen sind zu starr, als dass sie sich an spezifische Wünsche und Vorhaben anpassen können. Dennoch muss ganz klar formuliert werden, dass der Einsatz der beteiligten Mitarbeiter*innen der Agentur für Arbeit Jena vorbildlich ist.

kobinet-nachrichten: Wie geht es damit nun weiter, bzw. was kann man tun, um der jungen Frau die Arbeit außerhalb einer Werkstatt für behinderte Menschen doch noch zu ermöglichen?

Alexander Kiesewetter: Die Familie von Emily hat sich entschieden, einen Spendenaufruf zu starten, um das fehlende Geld durch Spenden aufzutreiben. "Eine Ausbildung für Emily“ nennt sich die Aktion. Über die Aktion kann sich unter dem Link www.gofundme.com/eine-ausbildung-fur-emily informiert werden. Dort können Menschen auch ihre Spende hinterlegen. Jede weitere Spende ist notwendig und wichtig, damit Emily die Möglichkeit gegeben wird, außerhalb der Werkstatt tätig werden zu können.

kobinet-nachrichten: Vielen Dank für das Interview.

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Fachtag zu personenzentrierten Leistungen

Großen Saal in der "Alten Parteischule“, Werner-Seelenbinder-Straße 14, in 99096 Erfurt (), 05.11.2019, DI 10:00 - 16:00,

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