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Bundesteilhabegesetz umsetzen und weiterentwickeln

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Eine Reihe von Regelungen des Bundesteilhabegesetzes sind schon in Kraft getreten. Am 1. Januar 2020 folgen weitere. Im Rahmen des vom Deutschen Bundestag bewilligten und aus dem Partizipationsfonds des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales geförderten Projektes "Förderung der Partizipation und Selbstvertretung behinderter Menschen bei der Umsetzung und Weiterentwicklung des Bundesteilhabegesetzes" bieten wir Informationen zum Bundesteilhabegesetz und dessen Umsetzung.

 

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Personenzentrierte Denkweise noch nicht in allen Köpfen angekommen

Gesendet von Ottmar Miles-Paul am 16.11.2018
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Erfurt (kobinet) Auch wenn es in Erfurt bereits eine Reihe von Erfolgen bei Persönlichen Budgets oder dem Budget für Arbeit gibt, auf die die Akteure der ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung (EUTB) blicken können, betonen diese, dass die personenzentrierte Denkweise noch längst nicht in allen Köpfen angekommen ist, die die Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes verlangt. kobinet Redakteur Ottmar Miles-Paul sprach mit Denise Wächter und Andreas Leopold über ihre bisherigen Erfahrungen mit der Teilhabeberatung und darüber, wo ein selbstbestimmtes Leben in Erfurt klappt und wo es klemmt. 

kobinet-nachrichten: Sie arbeiten als Peer BeraterInnen in der ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatungsstelle in Erfurt. Seit wann gibt es die Beratungsstelle und bei welchem Träger ist diese angesiedelt?

Andreas Leopold/ Denise Wächter: Unsere ergänzende unabhängige Teilhabeberatung (EUTB) hat zum 2. Januar 2018 ihre Arbeit aufgenommen. Zwei MitarbeiterInnen teilen sich eine Vollzeitstelle. Die Beratungen werden von Denise Wächter und Dirk Bennewitz durchgeführt. Zusätzlich holen wir uns zu Beratungen Peer BeraterInnen hinzu, wie regelmäßig Andreas Leopold. Der Träger ist der ZUKUNFT SOZIALRAUM e.V. in Erfurt, ein 2012 gegründeter Verein, welcher sich in Erfurt, Thüringen und teilweise auch darüber hinaus für die Inklusionsförderung einsetzt. Der ZUKUNFT SOZIALRAUM e.V. hat gerade auch ein Projekt, in welchem Inklusionslotsen ausgebildet werden. Dieses Projekt und die EUTB ergänzen sich gerade wunderbar.

kobinet-nachrichten: Mit welchen Fragen kommen behinderte Menschen zu Ihnen in die Beratungsstelle?

Andreas Leopold/ Denise Wächter: Tatsächlich zu allen Fragen der Teilhabe und Pflege. Das kann eine telefonische Auskunft zur Beantragung eines Schwerbehindertenausweises sein oder weit umfassender gibt es auch Ratsuchende, welche sich in Lebensumbrüchen befinden und vielschichtige Fragen zur Teilhabe am Arbeitsleben und Teilhabe in der Gemeinschaft haben. Sehr oft beraten wir zum Persönlichen Budget und dem ITP (Integriertes Teilhabeverfahren) sowie auch zu Pflegethemen.

kobinet-nachrichten: Welche Erfahrungen machen Sie? Kann dank Ihrer Unterstützung etwas für die Betroffenen erreicht werden?

Andreas Leopold/ Denise Wächter: Wir haben das Gefühl, dass die Ratsuchenden zufrieden sind und wir einen Beitrag dazu leisten, sowohl Möglichkeiten in dem Behördendschungel aufzuzeigen, als auch den Weg in ein selbstbestimmtes Leben zu begleiten. Was sich noch verbessern könnte und damit auch die Zufriedenheit der Ratsuchenden steigern würde, wäre eine Beschleunigung von Antragsverfahren. Hier ist es weiterhin so, dass Ratsuchende viel Kraft und Zeit aufbringen müssen, bis wichtige Entscheidungen getroffen werden bzw. die Voraussetzungen für ein selbstbestimmtes Leben geschaffen werden.

kobinet-nachrichten: Haben Sie bereits erste positive Erfahrungen mit dem Budget für Arbeit als Alternative zu einer Beschäftigung in einer Werkstatt für behinderte Menschen gemacht?

Andreas Leopold/ Denise Wächter: Wenige, hier ist es so, dass es durchaus Beratungsanfragen gibt, aber auch viel Unsicherheit auf Seiten der Ratsuchenden, gerade was die Rentenansprüche angeht. Tatsächlich gibt es in Erfurt nur zwei Budgets für Arbeit seit Jahresbeginn. Wir hören oft, dass es große Unzufriedenheit in der Werkstatt gibt. Aber es gehört natürlich Mut dazu, etwas zu ändern, was gerade Sicherheit und Tagesstruktur gibt. Etwas im eigenen Leben zu ändern, fällt den wenigsten leicht, gerade wenn es um Existentielles geht.  

kobinet-nachrichten: Was würden Sie sich für eine gute Umsetzung des Budgets für Arbeit wünschen, bzw. wofür setzen Sie sich ein?

Andreas Leopold/ Denise Wächter: Wir müssen die Menschen in den Werkstätten erreichen, hier können wir beratend tätig sein. Was wir leider nicht können, den Grund der Unsicherheit beseitigen. Das sind vor allem zwei Punkte: der Rentenanspruch, welcher in der Werkstatt standardisiert ist und mit einer Tätigkeit am ersten Arbeitsmarkt dann gehaltsabhängig ist. Der andere Punkt ist der Status der Erwerbsminderung, welcher zwar nicht aberkannt wird, aber dann geprüft wird. Diese Überprüfung ist nicht neu und betrifft auch nicht nur Menschen, welche aus der Werkstatt für behinderte Menschen auf den ersten Arbeitsmarkt wechseln, aber hier entstehen Unsicherheiten. Eine sogenannte Leistungsminderung bleibt in den meisten Fällen bestehen, wird aber über Leistungen wie béispielsweise Arbeitsassistenz ausgeglichen. Das heißt, die Erwerbsminderung hat natürlich einen Grund. Hier sehen wir weitere Diskussionen auf politischer Ebene für notwendig an. Sehr gut finden wir das Rückkehrrecht in die Werkstatt, wenn das die Entscheidung eines Menschen ist.

kobinet-nachrichten: Wo hapert es, wo gibt es derzeit noch Probleme auf dem Weg zu einem selbstbestimmten Leben behinderter Menschen?

Andreas Leopold: Die Umsetzung des Persönlichen Budgets und des Budgets für Arbeit müssen weiter vorangetrieben werden. Auch ist die personenzentrierte Denkweise noch nicht in allen Köpfen angekommen.

kobinet-nachrichten: Wie erreicht man Ihre Beratungsstelle?

Denise Wächter:Wir sitzen im Café B in der Johannesstraße 141 in Erfurt. Das ist eine Bürogemeinschaft mit einem weiteren Verein. Unsere Räumlichkeiten sind selbstverständlich barrierefrei. Telefon: 0361 / 34 94 90 11, Fax: 0361 / 34 94 90 12 E-Mail: teilhabeberatung[at]zukunft-sozialraum[dot]de

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