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Bundesteilhabegesetz umsetzen und weiterentwickeln

symbolische Waage Im Rahmen des vom Deutschen Bundestag bewilligten und aus dem Partizipationsfonds des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales geförderten Projektes "Förderung der Partizipation und Selbstvertretung behinderter Menschen bei der Umsetzung und Weiterentwicklung des Bundesteilhabegesetzes" bietet das NETZWERK ARTIKEL 3 im folgenden Informationim zum Bundesteilhabegesetz und dessen Umsetzung.

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Sicher und gut informiert durch 2. Corona-Welle kommen

Von Ottmar Miles-Paul am 14.10.2020
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Berlin: Aktuell meldet das Robert-Koch-Institut wieder erhöhte Infektionszahlen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2. Aus diesem Anlass weist der Deutsche Gehörlosen-Bund erneut die Wichtigkeit von Mund-Nasen-Bedeckungen hin. Zudem fordern der Verband nochmal ausdrücklich den barrierefreien Informationszugang für Gehörlose.

"Es ist mittlerweile nachgewiesen, dass Mund-Nasen-Bedeckungen die Übertragung des Coronavirus verhindern können. Deswegen schließen wir uns der 'AHA+A+L'-Regel an: Abstand halten, Hygiene, Alltagsmaske, Corona-Warn-App und Lüften. Zusätzlich hilft – auch und gerade beim jetzt anstehenden kühleren Wetter – das Vermeiden der '3 Gs': Geschlossene Räume, Gruppen und Gedränge. Zur Kommunikation mit und zwischen Gehörlosen empfehlen wir Folgendes: mindestens 1,5 Meter, besser 2 Meter Abstand halten, möglichst nach draußen gehen und kurzzeitig die Maske abnehmen. Bei längeren Gesprächen in geschlossenen Räumen nach 30–40 Minuten etwa 3–5 Minuten quer lüften, d. h. gegenüberliegende Fenster werden weit geöffnet. In besonders gefährdenden Situationen bzw. dicht besetzten Räumen, beispielsweise im öffentlichen Nahverkehr, empfehlen wir Kommunikation mittels Papier und Stift, Gebärdensprache oder Spracherkennungsapp. Mit genügend Sicherheitsabstand und/oder einer durchsichtigen Wand aus Plexiglas oder Glas ist ebenfalls eine relativ sichere Kommunikation möglich. Face Shields haben sich hier als äußerst ineffektiv erwiesen, da sie die Aerosolausbreitung nicht verhindern. Zudem beschlagen sie in den meisten Fällen, sodass sie allenfalls 'besser als nichts' sein können, wenn es gar keine andere Lösung gibt. Sie sollten aber, sobald es die kommunikative Situation zulässt, durch Mund-Nasen-Bedeckungen und Abstand ergänzt oder ersetzt werden", schreibt der Deutsche Gehörlosen-Bund in einer Presseinformation.

Mittlerweile gäbe es nach Informationen des Verbands vermehrt Mund-Nasen-Bedeckungen, die transparent sind und trotzdem gut sitzen und abdichten. Ein weiterer wichtiger Faktor, den der international renommierte Deaf-Studies-Forscher Paddy Ladd kürzlich in einer britischen Fernsehsendung ansprach, sei die Inklusion Gehörloser über die barrierefreie Informationsvermittlung im linearen Fernsehen. Dabei gehe es nicht um die reine Information, sondern auch um die gleichberechtigte Einbeziehung gehörloser und gebärdensprachiger Menschen. Die Krise verunsichere; das Fehlen von Information verunsichere noch mehr. Bei sprunghaft steigenden Fallzahlen sei es ein unfassbarer Stress für Gehörlose und ihre Angehörigen, relevante Informationen Tag für Tag mühsam im Internet suchen zu müssen, heißt es in der Presseinformation.

"Wir betonen noch einmal mehr: Dolmetsch-Einblendungen gehören ins lineare Fernsehen und müssen ohne Internet und ohne HbbTV zu sehen sein können! Die Einblendung sollte unten rechts und in angemessener Größe von idealerweise 40 % des Bildschirms erfolgen! Es ist begrüßenswert und ein Schritt in die richtige Richtung, dass inzwischen viele Informationen online als DGS-Videos oder mit DGS-Übersetzung verfügbar sind, beispielsweise auf den Seiten der Bundesregierung. Ein unmittelbarer Zugang über das aktuelle Fernsehprogramm wäre jedoch deutlich zu bevorzugen. Wer informiert bleiben will, muss derzeit selbst nach den Videos recherchieren. Für digital eher ungeübte Menschen, z. B. ältere Gehörlose, sind sie jedoch schwer zu finden. Das Risiko, Falschmeldungen oder Fake News aufzusitzen, ist enorm. Wir brauchen DGS-Informationen aus erster Hand! Auch die aktive Kommunikation muss barrierefrei zugänglich sein. Für Hörende ist es möglich, sich über die Telefonnummer 116117 des ärztlichen Bereitschaftsdienstes u.a. zum Coronavirus zu informieren. Das ist für Gehörlose nicht möglich, die Nummer kann auch über den Telefondolmetschdienst Tess nicht kostenfrei angerufen werden. Die Homepage zum Patientenservice 116117 verweist auf das 'Gebärdentelefon' des Bundesministeriums für Gesundheit. Zu dieser völlig unzulänglichen Situation sind wir am 04.11.2020 zu einem Gespräch bei der Schlichtungsstelle nach BGG verabredet. Wir hoffen hier auf eine gute Lösung. Diese Pandemie können wir nur als Gemeinschaft überstehen! Dazu gehört die barrierefreie Information und das Einbeziehen gehörloser und gebärdensprachiger Menschen in die aktuelle Situation genauso wie das Einhalten der 'AHA+A+L'-Regel, die wir ausdrücklich befürworten", heißt es vonseiten des Deutschen Gehörlosen-Bundes.

Wichtig sei, sich auf die kommunikativen Bedürfnisse der Gehörlosen einzustellen. Zu den sonstigen Schwierigkeiten, mit denen sich die Gehörlosengemeinschaft konfrontiert sieht, empfiehlt der Verband die Lektüre seines Positionspapiers vom 23.09.2020.

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